Was ist eine Amazon Full Service Agentur?
Der Begriff "Full Service" wird im Amazon-Umfeld inflationär verwendet. Jede zweite Amazon Agentur schreibt es auf die Website, aber die wenigsten liefern tatsächlich alles aus einer Hand. In der Praxis bedeutet Full Service bei vielen Anbietern: PPC-Management plus ein paar Empfehlungen zum Listing. Das ist kein Full Service, das ist ein einzelner Kanal mit Extras.
Eine echte Full Service Agentur deckt sämtliche Hebel ab, die über Erfolg oder Misserfolg auf Amazon entscheiden. Dazu gehören Strategie, Advertising, Content-Optimierung, visuelles Design und operatives Account-Management. Nicht als isolierte Bausteine, sondern als integrierter Ansatz, bei dem alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Das klingt nach einer hohen Anforderung, und das ist es auch. Genau deshalb gibt es so wenige Agenturen, die Full Service wirklich auf hohem Niveau liefern.
Welche Leistungen eine Full Service Agentur abdecken muss
Wer als Seller mit über 300.000 Euro Monatsumsatz arbeitet, braucht keinen Dienstleister der nur an einzelnen Schrauben dreht. Amazon belohnt Konsistenz über alle Touchpoints hinweg. Wenn Werbung, Listings und visueller Content nicht zusammenspielen, verschenkst du Potenzial. Die folgenden Bereiche sollte eine Full Service Agentur mindestens abdecken.
Amazon PPC und Advertising: Kampagnenstruktur, Bid-Management, Suchbegriff-Analyse, Budget-Allokation. Das ist die Basis, aber eben nur ein Teil. Eine gute Agentur versteht nicht nur Sponsored Products, sondern auch Sponsored Brands, Sponsored Display und die gesamte Werbeformate-Landschaft. Bei entsprechendem Budget kommt Amazon DSP dazu.
Amazon SEO und Listing-Optimierung: Keyword-Recherche, Titel-Struktur, Bullet Points, Backend-Keywords, A+ Content-Texte. Amazon SEO ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Eine Full Service Agentur monitort Rankings, passt Listings an veränderte Suchtrends an und testet verschiedene Varianten.
Design und visuelles Content-Management: Produktbilder, A+ Content-Module, Brand Store Design. Visual Content ist einer der stärksten Conversion-Hebel auf Amazon. Wenn deine Agentur das nicht intern abdeckt, hast du eine Koordinationslücke zwischen Strategie und Umsetzung.
Strategische Beratung: Sortimentsstrategie, Pricing, Marktanalyse, Launch-Planung. Hier trennt sich Full Service von reiner Ausführung. Eine Agentur, die nur umsetzt was du vorgibst, ist ein verlängerter Arm. Eine Full Service Agentur denkt mit und gibt die Richtung vor, wenn nötig.
Account-Management und Reporting: Ein fester Ansprechpartner, regelmäßige Reportings, klare KPIs. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Viele Agenturen liefern monatlich ein Dashboard ohne Kontext. Gutes Reporting bedeutet: Zahlen, Interpretation, Handlungsempfehlungen. Dazu gehört auch proaktive Kommunikation. Wenn etwas schiefläuft, solltest du nicht erst im Monatsreport davon erfahren.
Amazon PPC, SEO, Design: Warum alles zusammenhängt
Die meisten Seller unterschätzen, wie stark die einzelnen Amazon-Kanäle miteinander verzahnt sind. Eine Keyword-Recherche beeinflusst nicht nur das Listing, sondern auch die Kampagnenstruktur. Ein neues Hauptbild verändert die Click-Through-Rate, was wiederum die PPC-Performance verschiebt. Wer diese Zusammenhänge nicht aktiv managt, optimiert im Kreis.
Der Grund warum Full Service mehr ist als die Summe der Einzelteile: Auf Amazon beeinflussen sich alle Kanäle gegenseitig. Wenn du PPC isoliert betrachtest, verbrennst du Budget. Wenn du SEO ohne PPC-Daten machst, arbeitest du blind.
Ein konkretes Beispiel: Deine PPC-Kampagnen generieren Daten darüber, welche Suchbegriffe konvertieren. Diese Daten fließen in die SEO-Optimierung deiner Listings. Bessere Listings erhöhen die Conversion Rate, was wiederum deinen ACoS senkt und den TACoS verbessert. Gleichzeitig muss das Hauptbild so stark sein, dass die CTR in den Suchergebnissen stimmt, sonst verpufft jede Keyword-Optimierung.
Wenn drei verschiedene Dienstleister an PPC, SEO und Design arbeiten, fehlt diese Rückkopplungsschleife komplett. Jeder optimiert in seinem Silo, aber niemand sieht das Gesamtbild. Das Ergebnis: ineffiziente Budgetverteilung, widersprüchliche Maßnahmen und quälend langsame Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Parteien.
Eine Full Service Agentur mit integrierten Teams kann in Echtzeit auf Daten reagieren. Wenn ein Keyword im PPC plötzlich explodiert, wird es sofort in die organische Strategie übernommen. Wenn ein neues Hauptbild die CTR um 15 Prozent steigert, wird das Werbebudget entsprechend umgeschichtet.
Amazon Beratung vs. Full Service: Was brauchst du wirklich?
Nicht jeder Seller braucht Full Service. Es gibt durchaus Szenarien, in denen reine Beratung oder einzelne Servicebausteine die bessere Wahl sind. Entscheidend ist, wie dein internes Setup aussieht und wo die Engpässe liegen.
Reine Amazon Beratung ergibt Sinn, wenn du ein starkes internes Team hast, das Umsetzungskompetenz mitbringt. Du brauchst dann jemanden, der die Strategie vorgibt, Audits durchführt und als Sparringspartner fungiert. Die Umsetzung liegt bei dir. Das funktioniert gut bei Unternehmen, die bereits Amazon-Erfahrung haben und gezielt externes Know-how einkaufen wollen.
Einzelne Services (z.B. nur PPC oder nur Design) sind sinnvoll, wenn du in allen anderen Bereichen intern aufgestellt bist und einen spezifischen Engpass hast. Das funktioniert, solange die Schnittstellen klar definiert sind. Sobald aber zwei oder drei Bereiche extern laufen, wird die Koordination zum Problem. Dann bist du de facto bei Full Service, nur ohne die Vorteile der Integration.
Full Service ist die richtige Wahl, wenn du Amazon als Kanal ernst nimmst, aber intern weder die Kapazität noch die Spezialisierung hast, um alle Bereiche auf Profi-Niveau abzudecken. Typisch für Marken ab 300.000 Euro Monatsumsatz, die wachsen wollen, ohne fünf interne Stellen aufzubauen.
Die ehrliche Frage lautet nicht "brauche ich Full Service?", sondern: "Kann ich mir leisten, einzelne Bereiche zu vernachlässigen?" Wenn die Antwort nein ist, brauchst du entweder ein internes Team oder eine Full Service Agentur.
Woran du eine gute Full Service Agentur erkennst
Der Markt ist voll von Agenturen die Full Service behaupten. Diese Kriterien helfen dir, die guten von den mittelmäßigen zu unterscheiden.
Integrierte Teams statt Freelancer-Netzwerk: Frag, wer konkret an deinem Account arbeitet. Wenn die Agentur PPC intern macht, aber Design und Content an Freelancer auslagert, ist das kein echtes Full Service. Die Abstimmung leidet, die Qualität schwankt.
Nachweisbare Ergebnisse in allen Bereichen: Eine Agentur die hervorragendes PPC macht aber nur durchschnittliche Listings produziert, ist eine PPC-Agentur mit Zusatzangebot. Lass dir Referenzen in jedem einzelnen Bereich zeigen.
Klare Prozesse und feste Ansprechpartner: Full Service bedeutet Komplexität. Ohne klare Prozesse wird daraus schnell Chaos. Frag nach dem Onboarding-Prozess, der Reporting-Kadenz und den Eskalationswegen.
Strategische Tiefe: Kann die Agentur erklären, warum sie welche Maßnahme empfiehlt? Oder führt sie nur standardisierte Playbooks aus? Eine gute Full Service Agentur passt ihre Strategie an dein Sortiment, deinen Markt und deine Wettbewerbssituation an.
Transparentes Reporting: Du solltest jederzeit wissen, was passiert, warum es passiert und welche Ergebnisse es bringt. Wenn die Agentur bei Reporting-Fragen ausweicht, ist das ein rotes Flag.
Branchen-Know-how: Amazon ist nicht Google. Eine Agentur, die generisches E-Commerce-Marketing macht und Amazon als weiteren Kanal betrachtet, versteht die Plattformmechanik nicht tief genug. Gute Full Service Agenturen sind Amazon-Spezialisten, nicht Generalisten die auch Amazon können.
Außerdem lohnt ein Blick auf die Teamstruktur. Wie viele Accounts betreut ein Account Manager gleichzeitig? Wenn die Antwort "30+" lautet, bekommst du keine individuelle Betreuung, sondern Template-Arbeit. Frag direkt danach.
Full Service Agentur beauftragen: Der richtige Zeitpunkt
Zu früh beauftragen ist genauso schlecht wie zu spät. Es gibt klare Signale, die den richtigen Zeitpunkt markieren.
Du wächst schneller als dein Team: Wenn dein Amazon-Umsatz steigt, aber dein internes Team nicht mitskaliert, entstehen Lücken. Listings werden nicht aktualisiert, Kampagnen laufen unbeaufsichtigt, neue Produkte werden ohne Strategie gelauncht.
Dein ACoS steigt bei gleichem oder sinkendem Umsatz: Das ist oft ein Zeichen dafür, dass PPC isoliert betrachtet wird und die Gesamtstrategie fehlt. Systematische PPC-Optimierung allein reicht nicht, wenn die Listings nicht konvertieren.
Du verwaltest mehrere Marktplätze: Mit jedem zusätzlichen Marktplatz steigt die Komplexität exponentiell. Unterschiedliche Keywords, andere Wettbewerber, abweichende Saisonalitäten. Das intern zu managen erfordert ein dediziertes Team.
Dein internes Team dreht sich im Kreis: Wenn die gleichen Probleme immer wieder auftauchen, fehlt meistens die übergeordnete Strategie. Ein externer Partner mit Erfahrung über hunderte Accounts bringt Perspektiven mit, die intern nicht entstehen.
Du planst internationale Expansion: Wer von einem Marktplatz auf drei oder fünf skaliert, braucht Prozesse die funktionieren. Eine Full Service Agentur, die bereits in deinen Zielmärkten aktiv ist, beschleunigt den Markteintritt erheblich und verhindert teure Anfängerfehler.
Was Full Service Betreuung kostet
Die Preisspanne bei Full Service Agenturen ist groß. Das liegt daran, dass "Full Service" eben nicht standardisiert ist. Grundsätzlich gibt es drei verbreitete Modelle.
Fester Retainer: Ein monatlicher Fixbetrag, unabhängig vom Umsatz. Gibt Planungssicherheit für beide Seiten. Typisch bei Agenturen, die einen definierten Leistungsumfang anbieten.
Umsatzbeteiligung: Die Agentur erhält einen Prozentsatz des Amazon-Umsatzes. Alignt die Interessen, kann aber bei starkem Wachstum teuer werden.
Hybrid-Modell: Kombination aus einem niedrigeren Retainer und einer kleineren Umsatzbeteiligung. Verteilt das Risiko auf beide Seiten.
Die Preisspanne reicht von etwa 2.000 bis 15.000 Euro pro Monat, je nach Umfang und Sortimentsgröße. Wichtig: Achte darauf, was im Retainer tatsächlich enthalten ist. Manche Agenturen berechnen Design-Leistungen, Listing-Erstellungen oder A+ Content separat. Dann ist der günstige Retainer plötzlich nicht mehr günstig.
Welches Modell am besten passt, hängt von deiner Situation ab. Wichtig ist, dass du genau verstehst, was im Preis enthalten ist und was extra kostet. Detaillierte Preisspannen und worauf du bei Amazon Agentur Kosten achten musst, haben wir in einem eigenen Post aufgeschlüsselt.
Der entscheidende Punkt ist nicht der absolute Preis, sondern der ROI. Eine Agentur, die 5.000 Euro im Monat kostet und deinen Gewinn um 20.000 Euro steigert, ist günstiger als ein Freelancer für 1.500 Euro, der keine messbaren Ergebnisse liefert. Rechne immer vom Ergebnis her, nicht vom Budget. Und frag bei jedem Angebot nach, wie die Agentur ihren eigenen Erfolg misst. Wenn sie das nicht klar beantworten kann, ist das ein Warnsignal.
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