Was kostet eine Amazon Agentur?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Nicht weil die Branche intransparent sein will, sondern weil der Leistungsumfang massiv variiert. Eine Amazon Agentur, die nur PPC-Kampagnen betreut, kostet anders als ein Full-Service-Partner, der Strategie, Advertising, SEO und Design aus einer Hand liefert. Wer nach "Amazon Agentur Kosten" oder "Amazon Agentur Preise" sucht, will klare Zahlen. Dafür ist dieser Post da.
Die Preisspanne reicht von unter 1.000 Euro monatlich für Freelancer bis über 15.000 Euro für umfassende Full-Service-Betreuung. Dazwischen liegt ein breites Feld, in dem sich die meisten Agenturen bewegen. Entscheidend ist nicht der absolute Preis, sondern was du dafür bekommst und ob es zu deiner Situation passt.
Dieser Post schlüsselt auf, welche Preismodelle es gibt, was typische Leistungen kosten und worauf du achten musst, bevor du einen Vertrag unterschreibst. Keine konkreten Angebotspreise, aber genug Orientierung, um fundiert zu entscheiden.
Die gängigen Preismodelle: Retainer, Umsatzbeteiligung, Hybrid
Im Amazon-Agenturmarkt haben sich drei Abrechnungsmodelle etabliert. Jedes hat Vor- und Nachteile, und keines ist per se besser als das andere.
Fester Retainer: Du zahlst einen fixen Monatsbetrag, unabhängig von deinem Umsatz. Das Modell bietet Planungssicherheit für beide Seiten. Du weißt genau, was du zahlst. Die Agentur weiß, was sie leisten muss. Der Nachteil: Es gibt keinen direkten finanziellen Anreiz für die Agentur, deinen Umsatz zu steigern. Gute Agenturen liefern trotzdem, weil ihr Geschäftsmodell auf langfristigen Kundenbeziehungen basiert, nicht auf kurzfristiger Gewinnmaximierung. Retainer-Modelle sind besonders verbreitet bei Agenturen, die einen klar definierten Leistungskatalog anbieten.
Umsatzbeteiligung (Revenue Share): Die Agentur erhält einen Prozentsatz deines Amazon-Umsatzes, typischerweise zwischen 3 und 10 Prozent. Der Vorteil: Die Interessen sind aligned. Wenn du wächst, verdient die Agentur mehr. Der Nachteil: Bei schnellem Wachstum können die Kosten explodieren. Wenn dein Umsatz von 500.000 auf 1.000.000 Euro steigt, verdoppelt sich auch die Agenturgebühr, obwohl der Arbeitsaufwand nicht proportional steigt.
Hybrid-Modell: Eine Kombination aus niedrigerem Retainer und kleinerer Umsatzbeteiligung. Das verteilt das Risiko auf beide Seiten. Du zahlst eine Grundgebühr, die den Basisaufwand deckt, plus einen variablen Anteil, der die Performance honoriert. Viele professionelle Agenturen setzen auf dieses Modell, weil es die Vorteile beider Ansätze verbindet.
Es gibt kein objektiv bestes Modell. Entscheidend ist die Transparenz: Du musst verstehen, was im Preis enthalten ist, wie sich die Kosten bei Umsatzveränderungen entwickeln und welche Leistungen separat berechnet werden.
Amazon PPC Agentur Kosten: Was du für Werbemanagement zahlst
PPC-Management ist der häufigste Einzelservice, den Amazon-Agenturen anbieten. Die Kosten hängen primär von deinem Werbebudget und der Komplexität deines Accounts ab.
Prozentsatz des Adspends: Viele Agenturen berechnen 10 bis 20 Prozent deines monatlichen Werbebudgets. Bei einem Adspend von 20.000 Euro zahlst du also 2.000 bis 4.000 Euro Agenturgebühr. Dieses Modell skaliert mit deinen Ausgaben, was bei wachsenden Budgets teuer werden kann.
Fester PPC-Retainer: Zwischen 1.500 und 5.000 Euro monatlich, je nach Account-Größe und Anzahl der Marktplätze. Das ist planbarer und bei hohem Adspend oft günstiger als das prozentuale Modell.
Was in jedem Fall enthalten sein sollte: Kampagnenstruktur, Bid-Management, regelmäßige Suchbegriff-Analyse, Negativ-Keyword-Pflege, und monatliches Reporting mit Handlungsempfehlungen. Wenn eine Agentur Bid-Anpassungen nur alle zwei Wochen macht oder Suchbegriff-Reports nicht liefert, sparst du am falschen Ende. Eine detaillierte Aufschlüsselung, was Amazon Ads insgesamt kosten, findest du im entsprechenden Post.
Achte darauf, ob die Agentur auch Sponsored Brands und Sponsored Display aktiv betreut oder sich nur auf Sponsored Products konzentriert. Der Aufwand für ein vollständiges Kampagnen-Setup ist erheblich höher, und manche Agenturen berechnen dafür Aufpreise. Frag im Vorfeld nach einer klaren Auflistung, welche Kampagnentypen im Preis enthalten sind und welche nicht. Sonst zahlst du für ein PPC-Management, das nur einen Bruchteil der verfügbaren Werbeformate abdeckt.
Amazon SEO und Design: Typische Preisspannen
SEO und Design werden seltener als Einzelservices gebucht, sind aber zentrale Bausteine jeder Amazon-Strategie.
Amazon SEO (Listing-Optimierung): Einzelne Listings optimieren kostet zwischen 200 und 800 Euro pro ASIN, je nach Tiefe der Recherche und ob Backend-Optimierung enthalten ist. Laufende SEO-Betreuung mit Monitoring und regelmäßigen Anpassungen liegt bei 1.000 bis 3.000 Euro monatlich. Gute Agenturen optimieren nicht nur den Text, sondern analysieren auch Indexierung, Ranking-Veränderungen und Suchtrend-Shifts. Der Unterschied zwischen einer einmaligen Optimierung und einer laufenden Betreuung ist erheblich, weil sich die Amazon-Suchalgorithmik und das Wettbewerbsumfeld ständig verändern.
Design-Leistungen: Produktbilder kosten zwischen 50 und 300 Euro pro Bild, abhängig davon ob sie gerendert, fotografiert oder illustriert werden. A+ Content-Module liegen bei 500 bis 2.000 Euro pro ASIN. Ein kompletter Brand Store bewegt sich zwischen 2.000 und 8.000 Euro einmalig, je nach Umfang und Animationsgrad.
Bei Design-Leistungen ist die Bandbreite besonders groß, weil die Qualitätsunterschiede enorm sind. Ein Freelancer auf Fiverr liefert für 100 Euro ein A+ Content-Template. Eine spezialisierte Agentur erstellt für 1.500 Euro ein conversionoptimiertes Layout mit A/B-Test-Strategie. Beide Preise sind "marktüblich", aber die Ergebnisse sind fundamental verschieden. Billig einzukaufen rächt sich hier besonders schnell.
Full Service vs. Einzelleistungen: Preisvergleich
Viele Seller fragen sich, ob Full Service teurer ist als die Summe der Einzelleistungen. Die kurze Antwort: Meistens ja, im absoluten Betrag. Die lange Antwort: Nicht wenn du den Gesamteffekt rechnest.
Ein Rechenbeispiel: Du beauftragst eine PPC-Agentur (3.000 Euro), einen SEO-Freelancer (1.500 Euro) und einen Designer (1.000 Euro pauschal). Das sind 5.500 Euro plus dein eigener Koordinationsaufwand. Eine Full Service Agentur berechnet für den gleichen Umfang vielleicht 6.000 bis 8.000 Euro, übernimmt aber die Koordination, sichert die Konsistenz und kann Synergien nutzen, die bei getrennten Dienstleistern nicht entstehen.
Der versteckte Kostenfaktor bei Einzelleistungen ist deine eigene Zeit. Jemand muss die Freelancer briefen, die Ergebnisse prüfen, Konflikte auflösen und sicherstellen, dass PPC-Daten in die SEO-Strategie einfließen. Wenn du das selbst machst, zahlst du mit deiner Zeit. Wenn du eine interne Person dafür einstellst, zahlst du ein Gehalt. Beides muss in die Kostenrechnung einfließen.
Full Service rechnet sich typischerweise ab einem Punkt, an dem drei oder mehr Bereiche extern betreut werden. Darunter sind Einzellösungen oft wirtschaftlicher. Bedenke auch: Wenn du zwischen Dienstleistern wechselst, gehen Daten und Kontext verloren. Eine Agentur, die PPC und SEO gemeinsam betreut, kann Suchbegriff-Daten direkt in die Listing-Optimierung überführen. Bei getrennten Anbietern musst du diese Brücke selbst bauen.
Worauf du bei Agenturverträgen achten musst
Die Agenturkosten stehen im Vertrag. Aber die echten Kosten stecken manchmal im Kleingedruckten.
Mindestlaufzeiten: Viele Agenturen arbeiten mit 6- oder 12-Monats-Verträgen. Das ist nicht per se schlecht, denn gute Ergebnisse brauchen Zeit. Aber es sollte eine faire Ausstiegsklausel geben. Wenn nach 3 Monaten klar ist, dass die Zusammenarbeit nicht funktioniert, solltest du nicht weitere 9 Monate zahlen müssen.
Setup-Gebühren: Einmalige Onboarding-Kosten von 1.000 bis 5.000 Euro sind branchenüblich. Eine Agentur, die eine gründliche Account-Analyse und Strategieentwicklung macht, bevor sie loslegt, ist ihr Geld eher wert als eine, die am ersten Tag wahllos Kampagnen startet.
Leistungsausschlüsse: Lies genau, was NICHT enthalten ist. Sind Listing-Erstellungen für neue Produkte extra? Wird A+ Content separat berechnet? Gibt es Aufpreise für zusätzliche Marktplätze? Die Basisgebühr ist nur aussagekräftig, wenn du weißt, was sie abdeckt.
Reporting-Umfang: Wie oft bekommst du Reports? Wer erstellt sie? Sind es automatisierte Dashboard-Exporte oder kommentierte Analysen mit Handlungsempfehlungen? Der Unterschied im Informationswert ist enorm.
Ownership: Wem gehören die erstellten Inhalte, Kampagnendaten und Strategiedokumente nach Vertragsende? Das sollte klar geregelt sein. Du willst nicht in einer Situation landen, in der du nach einem Agenturwechsel bei null anfängst.
Performance-Klauseln: Manche Agenturen bieten Performance-Garantien an. Sei hier vorsichtig: Wenn jemand verspricht, deinen Umsatz in 90 Tagen zu verdoppeln, ist das meistens Verkaufsrhetorik. Die beste Amazon Agentur arbeitet mit realistischen Zielen und transparenter Messung, nicht mit Wunschversprechen.
Ein guter Vertrag schützt beide Seiten. Er definiert klar, was geliefert wird, wie Erfolg gemessen wird und wie die Zusammenarbeit endet, falls sie nicht funktioniert. Nimm dir die Zeit, den Vertrag gründlich zu lesen, bevor du unterschreibst.
Wann sich eine Amazon Agentur wirtschaftlich lohnt
Eine Agentur ist eine Investition, keine Ausgabe. Ob sie sich lohnt, lässt sich rechnen.
Die einfachste Rechnung: Wie viel Mehrumsatz oder Kosteneinsparung muss die Agentur generieren, damit sich die Gebühr amortisiert? Wenn du 5.000 Euro monatlich zahlst und deine Marge bei 25 Prozent liegt, muss die Agentur 20.000 Euro Mehrumsatz pro Monat generieren. Das klingt viel, ist aber bei professioneller Optimierung eines Accounts mit 300.000 Euro Monatsumsatz durchaus realistisch.
Weniger offensichtlich, aber genauso relevant: die Opportunitätskosten. Was könntest du mit der Zeit machen, die du aktuell für Amazon-Operationen aufwendest? Wenn du als Geschäftsführer 20 Stunden pro Woche in Amazon-Management steckst, ist das wahrscheinlich nicht der beste Einsatz deiner Zeit.
Und dann ist da der Wissensvorsprung. Eine spezialisierte Agentur sieht Trends über hunderte Accounts hinweg. Sie kennt neue Amazon-Features bevor sie allgemein bekannt sind. Sie hat Benchmarks, die du als einzelner Seller nicht hast. Diesen Informationsvorsprung in Euro zu beziffern ist schwer, aber sein Wert ist real.
Die Faustregel: Wenn dein Amazon-Umsatz über 100.000 Euro pro Monat liegt und du nicht über ein dediziertes internes Team verfügst, ist eine Agentur fast immer wirtschaftlich sinnvoll. Die Frage ist dann nur noch welche, und wie du den ROI über Kennzahlen wie ACoS und TACoS nachvollziehbar misst.
Auch die Geschwindigkeit spielt eine Rolle. Eine erfahrene Agentur setzt Optimierungen in Tagen um, für die ein internes Team Wochen braucht. Im Amazon-Ökosystem, wo sich Ranking-Positionen und Wettbewerbslandschaft schnell verändern, kann dieser Zeitvorsprung den Unterschied zwischen Marktführerschaft und Mittelmäßigkeit ausmachen.
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